Digitale Transformation in den Branchen der Telekommunikation sowie Internetdienste

Lukasz Gawrys
Lukasz Gawrys
3. Mai 2019

Die Telekommunikationsbranche gehört mit rund 50 Milliarden Euro zu den umsatzstärksten Wirtschaftszweigen in Deutschland. Das Kerngeschäft von Telekommunikationsunternehmen bestand bislang insbesondere darin, Konnektivität im Festnetz- und Mobilfunkbereich zur Verfügung zu stellen.

Neue Services

Neue Internetdienste und -funktionalitäten setzen nun eine deutlich leistungsfähigere Breitbandinfrastruktur, insbesondere in mobilen Netzen, voraus. Vor allem die Digitalisierung der Wirtschaft erfordert neue Netzleistungen für Anwendungsbereiche wie dem “Internet der Dinge” (auch: Internet-of-Things), der Kommunikation zwischen Maschinen (auch: Machine-to-Machine) oder der modernen Webentwicklung. In diesem Rahmen ergeben sich für Telekommunikationsanbieter neue Wachstumspotenziale. Hier spielt insbesondere die neue 5G-Technologie als “Mega-Trend” eine entscheidende Rolle.

Worum geht es bei 5G?

5G ist die neue, fünfte, Generation für Mobilfunk-Netze. Die neue Technologie soll eine Download-Geschwindigkeit von 10 Gigabit pro Sekunde ermöglichen, also 100 Mal schneller als bei einer guten LTE-Verbindung. Mit 5G wird die Grundlage für neue Kundenerlebnisse geschaffen, sowohl im privaten als auch im geschäftlichen Bereich. So werden Spiele mit der so genannten Augmented Reality (deutsch: “erweiterte Realität”) oder die umfassende Vernetzung von Maschinen in der Industrie und von intelligenten Geräten erst möglich.
Ab dem Jahr 2020 soll das 5G-Netz in Deutschland verfügbar sein. Für diesen neuen Kommunikationsstandard werden zusätzliche Frequenzbänder benötigt, die aktuell von der Bundesnetzagentur versteigert werden.

Konkrete Anwendungsfälle für 5G

Mit 5G entstehen völlig neue Industrien und Dienstleistungen. Durch eine stabile mobile Standleitung ins Internet können zukünftig große Datenmengen drahtlos und in Echtzeit übermittelt werden. So kann 5G unter anderem beim vollautomatisierten Fahren von PKWs und LKWs, bei der Kommunikation zwischen Maschinen in Fabriken, bei der (Tele-)Medizin, in der Landwirtschaft oder schließlich in Internetdiensten und Webdesign ganz neue Möglichkeiten aufzeigen.

Neue Marktteilnehmer

Bei der Versteigerung der 5G-Lizenzen nehmen die in Deutschland bereits aktiven Mobilfunkanbieter Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica (“O2”) teil. Darüber hinaus ist erstmalig bei einer Lizenzversteigerung die United Internet-Gruppe dabei. Zu dieser gehört auch das Mobilfunkunternehmen “1&1 Drillisch”.
Die Lizenzen selbst sind jedoch nur das initiale Element von 5G in Deutschland. Anschließend ist noch der technische Ausbau der Netze notwendig. Der chinesische Netzwerkausrüster Huawei ist weltweit der größte Anbieter der 5G-Mobilfunktechnologie und befindet sich aktuell im Gespräch, auch für den deutschen Netzausbau wesentliche Komponenten beizusteuern.
Momentan werden allerdings von verschiedenen Seiten Spionagevorwürfe gegen das Unternehmen laut. Es wird befürchtet, dass Huawei Software- oder Hardware-Hintertürchen in die Netzwerktechnik einbauen könnte. Bisher hat sich allerdings keiner dieser Vorwürfe bestätigt.

Funklöcher adé?

Mit dem 5G-Netzausbau sollen parallel auch endlich die noch immer existierenden Funklöcher insbesondere in ländlichen Regionen Deutschlands verschwinden. Allerdings diskutiert die Regierung noch darüber, wie das genau umzusetzen ist.
Das so genannte “lokale Roaming” soll ein Lösungsweg sein. Dann kann in den Regionen, die nicht von einem Mobilfunkanbieter abdeckt werden, der Nutzer das Netz eines anderen Anbieters nutzen. Dafür müsste dann aber das innerdeutsche Roaming vom eigentlichen Anbieter des Nutzers bezahlt werden. Die Zahlung dieses Entgelts soll die Netzagentur anordnen können, sofern kein freiwilliges Abkommen zwischen den Mobilfunkanbietern getroffen wurden.

Weitere Trends

Abgesehen von dem großen Thema des 5G-Aufbaus beschäftigt sich die Branche aktuell stark mit Cybersicherheit. Je mehr Vernetzung mit sicherheitsrelevanten Funktionen es gibt (bspw. im Gesundheitswesen oder beim automatisierten Fahren), umso wichtiger wird es, die Netze und deren Soft- und Hardware zu schützen.
Ähnliches gilt für die Künstliche Intelligenz (KI). Diese ebnet in der Telekommunikation den Weg zu mehr Effizienz, da Mensch und Maschine durch bessere kognitive Anwendungen näher zusammenrücken.
Immer mehr Unternehmen verschiedenster Branchen nutzen schon heute neuartige Automatisierungen wie “Robotic Process Automation”. Diese ersetzen als “virtueller Mitarbeiter“ einige Routineaufgaben und können Prozesse im Zusammenhang mit dem Auslesen von Textdateien oder auch Zahlen vorantreiben. Auch für diese Prozesse sind gute Netzleistungen wie 5G notwendig.