Digitale Transformation, E-Learning
Juli 6, 2016

In den 90er Jahren erfuhr e-learning einen Hype, der eine Revolutionierung des Lernsektors vorhersagte. Doch der Bereich entwickelte sich nicht so schnell, wie zuerst angenommen. Gründe dafür gibt es viele. Angefangen von unterschätzten Kosten und Zeitaufwand für die Erstellung der Lerninhalte, technischen Einschränkungen, Managementfehlern in Unternehmen, und der langsamen Anpassungszeit des Marktes. Was mit anfänglicher Euphorie begann, schlug schnell in Ernüchterung um.

Doch Experten sprechen weiterhin vom Potenzial des e-learnings. Denn neue Technologien zeigen wieder frische Perspektiven für den e-learning Sektor auf und regen zum Umdenken an. Hier sind ein paar spannende Branchentrends, die dem e-learning Bereich modernisieren:

  1. Automatische Erstellung der Lerninhalte
    Während die Erstellung der E-learning Module vor einigen Jahren noch sehr viel Zeit und Geld in Anspruch nahm, gibt es jetzt Tools, die diesen Vorgang automatisieren. Die Tools scannen die Inhalte und wählen automatisch die wichtigsten Elemente des Textes aus. Durch machine learning kann auch die Erstellung von online Tests und Aufgaben automatisiert werden. Dazu sammelt das Programm im ersten Optimierungsprozess Daten über die Anwender und passt die Inhalte und Aufgaben, sowie den Schwierigkeitsgrad fortlaufend an den User an.
  1. Lernen am Strand oder in der U-Bahn
    Durch neue Technologien wie Google Glas, Cloud Services, und Smartphones sind die Lerninhalte überall verfügbar. Der Anwender ist nun nicht mehr an den heimischen PC gebunden, sondern kann den Stoff ortsunabhängig durchgehen (mlearning). Zudem machen Massive Offene Online Kurse (MOOC), wie diese jetzt an einigen US Universitäten oder auf Plattformen wie Skillshare eingesetzt werden, Wissen für die breite Masse der Bevölkerung verfügbar. Die neue Art des e-learning bedeutet eine globale Vernetzung von Anwendern und macht es möglich unabhängig von Raum, Zeit und Vorbildung zu lernen.
  1. Personalisierung auf allen Ebenen
    Das Schlagwort auch in diesem Sektor heißt Big Data. Denn mobile Geräte sammeln hilfreiche Userdaten, wie z.B. Standortdaten, Anwenderverhalten, oder Informationen über den Lernrythmus. Durch die Analyse der Daten können e-learnings so erstellt werden, dass sie für jeden User zugeschnitten sind. Von der Erstellung der Lernmaterialien, über die Darstellung der Inhalte auf unterschiedlichen Endgeräten und der userspezifischen Abfrage der Inhalte.
  1. Spaß am Lernen fördert Motivation
    Experten sind sich einig, dass die spielerische Herangehensweise an Lerninhalte nachhaltige Resultate erzeugt. Dies ist vor allem der Fall, wenn Anwender eine aktive Rolle einnehmen. Durch Gamification, also das spielerische Lernen, werden e-learnings aufgepeppt. Anwender werden für ihre Leistungen belohnt, können Level erreichen und gegen andere Anwender antreten. Lernspiele kann man z.B. in bestehende e-learnings integrieren oder als einzelne Apps verfügbar machen.

Der e-learning Bereich zeigt viele spannende Trends und Entwicklungspotenzial für die Zukunft. Eine Magische Formel sich Wissen anzueignen gibt es leider auch weiterhin nicht. Denn Langzeitstudien zeigen, dass ein bleibender Lernerfolg – wie auch bisher – durch Fleiß und hohen Lerneinsatz erzielt wird.

Die neuen technologischen Errungenschaften bieten eine Möglichkeit das Lernen zu erleichtern und die Inhalte für eine breite Masse von Leuten verfügbar zu machen. Das finden wir klasse und sagen: Weiter so!

 

QUELLEN