Digitale Transformation, E-Learning, Software Entwicklung

4. Die meistgenutzten Tools und Formate für Unternehmen

August 2, 2016
Das ist ein Beitrag folgender Beitrags-Reihe: Das Phänomen E-Learning - Chancen, Trends und Herausforderungen

Deutsche Unternehmen haben das Potential von E-Learning früh erkannt Die Gründe für den Einsatz von Bildungstechnologie in Unternehmen sind allerdings vielfältig: entweder zum Aneignen oder Auffrischen von Fachwissen, zur Verbesserung des Selbstmanagements, zur Aneignung von Führungswissens oder zur Verbesserung von Teamarbeit . Dieser Beitrag beleuchtet die meistgenutzten E-Learning Technologien und deren Einsatzgebiete in Unternehmen in Deutschland.

Lernprogramme (CBT/WBT)

Lernprogramme wie Computer Based Training (CBT) und Web Based Training (WBT) sind die ältesten und bekanntesten Formen des E-Learnings für unternehmensspezifische Aus- und Weiterbildung. Sie dienen insbesondere der Vermittlung von Faktenwissen, wobei sich der Lernende das Lerntempo und die Reihenfolge der Inhalte oft selbst festlegen kann. CBTs sind interaktive Anwendungen, die lokal (d.h. ohne Internetverbindung) auf dem Endgerät abgespielt werden (mittels CDs/DVDs oder Downloads), während auf WBTs über das Internet zugegriffen wird. WBTs eignen sich daher besser für laufende Aktualisierungen und Erweiterung der Inhalte. Beide Arten der Lernprogramme sehen nicht unbedingt eine Betreuung durch einen Tutor vor; der Lernfortschritt wird dementsprechend durch Tests laufend abgefragt. WBTs und CBTs werden in der Regel von spezialisierten Anbietern erstellt.

Webinare

Seminare, die über das Internet abgehalten werden, nennt man Webinare. Vorträge und Präsentationen werden live über das Internet übertragen, in denen sich Teilnehmer bspw. über Chatfunktionen an Diskussionen beteiligen und Fragen stellen können. Webinare werden oftmals auch aufgezeichnet und können zu einem späteren Zeitpunkt wieder angeschaut werden. Durch das Abhalten von Webinaren können sich Unternehmen Reisekosten und lange Abwesenheitszeiten ihrer Mitarbeiter sparen. Produktpräsentationen und interne Schulen eignen sich insbesondere für den Einsatz von Webinaren in Unternehmen, für die der Markt verschiedene Softwarelösungen bereithält.

Wikis

In einem Wiki kann man relevante Informationen, wie z.B. verlinkte Webseiten, sammeln und mit anderen teilen. Ein Enterprise-Wiki für Unternehmen ist ein geschlossenes System, das nur firmeneigenen Mitarbeitern den Zutritt und die Bearbeitungsrechte gewährt. Unternehmensinterne Wikis können z.B. Informationen zu technischen Produkten oder Gebrauchsanweisungen beinhalten oder als Nachschlagewerk für verschiedenste firmeninterne Produkte und Dienstleistungen dienen. Dokumente und Informationen können so schnell dezentral abgelegt, gesucht, geteilt und systematisch angelegt werden.

Online Lehrgänge

Online Lehrgänge zeichnen sich im Gegensatz zu Lernprogrammen durch eine systematische Betreuung durch einen oder mehrere Tutoren aus. Diese kuratieren die Inhalte auf der Lernplattform, organisieren den kommunikativen Austausch und das Abfragen von Lernleistungen. Ein Online Lehrgang kann auch durch vereinzelte Präsenztermine ergänzt werden. Darüber hinaus bedient sich ein typischer Online Lehrgang der ganzen Bandbreite verschiedener E-Learning Instrumente, die auf einer gemeinsamen Lernplattform – einem sog. Learning Management System (LMS) – angeboten werden. Ein LMS stellt die Schnittstelle zwischen Lernenden und Lehrenden da, auf der Lerninhalte bereitgestellt sowie Kommunikationstools integriert sind und die regelmäßige Prüfungen von Lernfortschritten organisiert wird. Die Nutzung von LMS ist ortsunabhängig und erfolgt asynchron; die zeitliche Dauer von Online Lehrgängen kann variieren. Online Lehrgänge müssen gut konzipiert, organisiert und betreut sein, sodass die Abbruchquoten unter den Teilnehmern gering gehalten werden können. Allerdings fallen diese immer noch niedriger als bei der Nutzung von CBTs oder WBTs aus.

Blended Learning

„Blended Learning“ stellt eine Mischung als traditionellem, präsenzorientiertem und computergestütztem Lernen dar. Dieses integrierte Lernformat ist bei Unternehmen äußerst beliebt, da es die Vorteile beider Systeme (der klassischen Präsenzveranstaltungen und des Online Learnings) vereint. Lernende und Lehrende treffen in einem virtuellen Klassenzimmer aufeinander, wo Lerninhalte z.B. mittels Webinare ausgetauscht werden können. Spielerische Lernangebote und multimediale Elemente (Videos, mobile Apps) können das Lernangebot ergänzen und kommen besonders mobilen Mitarbeitern entgegen. Eine persönliche Betreuung der Lernenden erfolgt durch Chats, Email- oder Telefonkontakt mit den Tutoren. Das eigenständige Lernen mittels der webbasierten Software wird beim Blended Learning noch effektiv durch vereinzelte physische Präsenzveranstaltungen ergänzt, in denen Lernende direkt Feedback von ihren Tutoren erhalten und sich mit ihnen sowie Kollegen austauschen können. Blended Learning Konzepte lassen sich mühelos in bestehende Learning Management Systeme integrieren oder durch ein Online Portale geöffnet werden und garantieren ein Maximum an Gestaltungsmöglichkeiten, die individuell an das Unternehmen angepasst werden können.

Der Markt für E-Learning Angebote für Unternehmen bietet eine weite Bandbreite an unterschiedlichen Plattformen, Tools und Konzepten. Um E-Learning im Unternehmen möglichst erfolgreich umsetzen zu können, muss daher sichergestellt werden, dass die einzelnen Formate zur Unternehmenskultur und -strategie passen. Je passgenauer die Lösung für das Unternehmen entwickelt wird, desto größer wird der resultierende Lernerfolg.